Das Ortsmuseum ist der Schlüssel zur Vergangenheit und zur bewegten Geschichte eines unscheinbaren Bauerndorfes, das sich zu einer dynamischen Regiopole entwickelt hat. Das Museum ist seit längerer Zeit und noch immer geschlossen. Nun wird es neu belebt, Schritt für Schritt modernisiert und sukzessive in der realen Umgebung virtuell erfahrbar gemacht. Entdecken Sie authentische Einblicke in das Leben von damals und die Wurzeln unseres heutigen Zusammenlebens.
Wir heissen Sie herzlich willkommen!
Operation "Wartegau"
Wo heute zehntausende Tonnen Güter auf Schienen rollen, lag einst das fliegerische Zentrum des Limmattals. Über 50 Jahrelang war Spreitenbach ein Ort der Pioniere, der Rekorde und der Träume. Es ist die Geschichte eines „ewigen Provisoriums“, verpasster Chancen und vergessener Dramen. Begleiten Sie uns auf eine Zeitreise in eine Ära, als der Himmel über dem Limmattal noch den Abenteurern gehörte. Wir wandeln auf den Spuren von Zeitzeugen, durchforsten Archive und historische Dokumente nach Geschichten, die untrennbar mit Spreitenbach und seinem vergessenen Flugplatz verbunden sind. In verschiedenen Episoden und in lockerer Folge beleuchten wir die vielschichtige Historie des Flugfeldes Spreitenbach, das zivil und militärisch genutzt wurde.
Den Auftakt bildet die geheimnisumwitterte Operation "Wartegau". Erfahren Sie in unserem Video-Podcast, warum Hermann Göring der Schweiz einen Denkzettel verpassen wollte und wie es kam, dass dabei auch Spreitenbach ins Visier geriet. Hier oder auf unserer Geschichtskarte.
"Die Furchen des Ackers sind die Schützengräben des Friedens"
"7. April 1942. Antritt der landwirtschaftlichen Lehrstelle. Weil ich mich später in der Forstwirtschaft betätigen möchte, wird von mir als erstes eine landwirtschaftliche Hoflehre verlangt. Durch den Berufsberater wurde mir eine solche Lehrstelle zugeteilt, die ich am Osterdienstag antrat. Lage des Lehrbetriebes: Im Kt. Aargau liegt das Limmattal. Auf der linken Seite dieses Tales befindet sich ganz versteckt hinter vielen Obstbäumen das Dorf Spreitenbach. Dieses Dorf sollte nun meine neue vorübergehende Heimat werden."
Wie ein Landwirtschafts-Lehrling während des zweiten Weltkriegs in Spreitenbach seine Berufslehre erlebte. Entdecken Sie sein eindrückliches Tagebuch als interaktives Dokument, das Sie durchblättern und anhören können.
Das Wetter damals und heute
Wir erleben derzeit eine historische Wetterlage mit Hitzeperioden, wie es sie noch nie gab. Wie war das eigentlich damals, vor gut 200 Jahren? Wir haben nachgefragt:
Die Durchschnittstemperatur in Spreitenbach lag in den Monaten Juli und August bei 24 Grad, die Spitzenwerte bei 31 Grad. Am 30. Juli 1824 entlud sich über Spreitenbach ein heftiges Gewitter, das vor allem in der Land- und Weinwirtschaft einen Schaden von rund 15'000 alten Schweizerfranken anrichtete. Das entspricht einer historischen Kaufkraft von heute über einer Million Schweizer Franken. In der Zeit vom 16. bis 18. September regnete es ununterbrochen und am Heitersberg gingen über 60 Bergschlipfe (ein veraltete Bezeichnung für Berg- und Erdrutsche) nieder, die abermals hohe Sachschäden anrichteten.
Quellen: Geschichtliches von Spreitenbach, K. Zimmermann, Staatsarchiv des Kantons Aargau, Meteoschweiz und Meteoblue.com.


Ein modernes Konzept für die lokale Geschichte
Um das Ortsmuseum nachhaltig in der Gemeinde zu verankern, hat die Arbeitsgruppe ein Museumskonzept erarbeitet. Als strategische Diskussionsgrundlage definiert es den Weg hin zu einem "hybriden Ortsmuseum": Einem Ort, an dem sich die physische Präsenz und digitale, virtuelle Erlebnisse gegenseitig ergänzen. Der Weg dorthin ist noch weit. Doch unsere letzte Ausstellung zur Fotografie diente bereits als erster Meilenstein. Sie bot eine wertvolle Gelegenheit, verborgene Schätze unseres Fundus der Öffentlichkeit zu präsentieren und gleichzeitig innovative Teile des neuen Museumskonzepts – wie das Zusammenspiel von physischen Exponaten und digitaler Vermittlung – in der Praxis zu erproben.
Das Team
Ortsmuseum Spreitenbach
